Gedankenbild 1

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Eine Pause!

Was keine Pause kennt, ist nicht dauerhaft.
Ovid, eigentlich Publius Ovidius Naso (43 v. Chr. – 17 n. Chr.; römischer Epiker)

Menschmal muss eine Pause sein. Und dieser Zeitpunkt ist hier gekommen.

In den letzten Monaten war ich beruflich stark eingespannt – und bin es immer noch. Ich habe neue Aufgaben übernommen und bin noch immer dabei einen neuen Arbeitsbereich von Grund auf neu aufzubauen. Es ist eine Menge zu tun und es macht auch eine Menge Spaß.

Allerdings brauche ich ab und zu auch ein paar Minuten, in denen ich nicht am Schreibtisch und vor dem Computer sitze. Deshalb habe ich mich – wenn auch schweren Herzens – entschlossen, hier eine kleine Blog-Pause einzulegen.

Über Ostern bis zum 27. April 2014 wird es hier also erst einmal nichts neues geben. Ich denke, dass ich danach frisch gestärkt und mit neuen Ideen an dieser Stelle weiter machen werde.

 

Zehn Dinge, die glückliche Menschen nicht glauben

Du willst glücklich sein? Gut! Aber eines steht dir dabei im Weg: Du! Um glücklich zu sein, muss man die Entscheidung treffen, glücklich zu sein. Hier sind zehn Dinge, denen wirklich glückliche Menschen nie zustimmen würden.

Dieser Artikel von Stephanie Hall erschien im amerikanischen Original auf lifehack.org. Die Übersetzung ist von mir.

  1. Das Leben ist fair.
    Um glücklich zu sein, muss man nicht immer das bekommen, was man will. Glückliche Menschen verstehen, dass das Leben manchmal nicht so läuft, wie man es sich wünscht oder es verdient. Das Leben ist nicht fair. Sie wissen, dass man nur sein Bestes geben kann, sich das vergeben muss, was nicht funktioniert, und los zu lassen, wenn es sein muss.
  2. Leiden ist schlecht.
    Leid ist ein unabdingbarer Zustand des Menschen. Man kann in dieser Welt nicht überleben, wenn man nicht auch ein wenig leidet. Glückliche Menschen wissen, dass wahres, tiefes Glück nur dann entsteht, wenn man einen großen Schmerz überlebt hat. Durch großes Leid lernen wir, was wir tatsächlich ertragen können.
  3. Ich habe die Kontrolle
    So hart man auch arbeitet und so viel man versucht, alles zu planen, man hat trotzdem keine Kontrolle. Du kannst die Taten und Gedanken anderer nicht kontrollieren. Um wahres Glück zu erreichen, muss man diese Wahrheit akzeptieren und lernen, die Welt um sich herum aktiv zu gestalten, anstatt nur auf die Überraschungen und Missgeschicke des Lebens zu reagieren.
  4. Die Menschen müssen mich mögen und das auf eine bestimmt Art ausdrücken.
    Wenn dein Glück davon abhängt, was andere Menschen über dich denken, wirst du nie glücklich sein. Du kannst es nicht allen recht machen und du kannst niemanden zwingen, dich auf eine bestimmte Art zu mögen. Glückliche Menschen akzeptieren, wie ihre Familie und Freunde fühlen. Und sie zeigen ihre Zuneigung, indem sie die anderen Fragen, was sie brauchen, anstatt von anderen Menschen zu erwarten, dass sie sie so lieben, wie sie sind.
  5. Alle hassen mich.
    Dies ist eine gefährliche Vorstellung und Einbildung. Trotzdem denken viele unglückliche Menschen so. Und vor allem daran liegt es, dass sie unglücklich sind. Glückliche Menschen stehen der Welt entspannt und mit einer gesunden Dosis Neugier gegenüber. Sie interessieren sich für andere, sind aber nicht abhängig davon, dass man sie mag. Es dauert seine Zeit, Freundschaften zu schließen.
  6. Ich kann das nicht.
    Wenn du glaubst, dass du unfähig bist, und zulässt, dass dieser Glaube dich davon abhält, glücklich zu sein, dann bewahrheitet sich diese falsche Vorstellung. Der einzige Weg, etwas zu lernen und gut darin zu werden, ist, es immer wieder zu versuchen. Denk an ein großes Vorbild. Glaubst du wirklich, dass sie oder er keine Fehlschläge erlebt hat? Nein! er oder sie lass sich von ihren Zweifeln nur einfach nicht davon abhalten, glücklich zu werden.
  7. Ich muss etwas beweisen.
    Unglückliche Menschen versuchen durch Anerkennung glücklich zu werden. Leider kann man diese Anerkennung nie wirklich erreichen. Das Verlangen danach wird nämlich durch ein Gefühl des Mangels verursacht, das dazu führt, dass man ständig der Anerkennung hinterher läuft. Glück kann aber nur dadurch erreicht werden, dass man sich selbst akzeptiert. Die einzige Anerkennung, die man braucht, ist die eigene.
  8. Es ist egal.
    Der Satz “Es ist egal” ist nur eine Entschuldigung. Unglückliche Menschen sagen das zu sich selbst, um Konfrontationen zu vermeiden, wenn man sie falsch behandelt. Oder sie sagen es, um den Mangel an Mut zu ertragen, der sie davon abhält, ihren Träumen zu folgen. Glück ist nicht egal. Vernachlässige nicht deine Bedürfnisse und übernimm die Verantwortung für dein eigenes Glück.
  9. Ich wäre glücklicher wenn ich nur [bitte passende Formulierung einfügen]
    Jeder kennt das: Ich wäre glücklicher, wenn ich nur dünner, hübscher, klüger oder der Chef wäre. Glückliche Menschen wissen, dass man sich selbst mit allen Fehlern und Schwächen akzeptieren muss um glücklich zu sein. das ist das ganze Geheimnis. Es ist in Ordnung, zu versuchen, sich zu verbessern. Wir lernen ja ständig dazu. Aber es ist nicht in Ordnung, sich selbst für seine Fehler zu bestrafen. Kümmere dich lieber um deine Stärken.
  10. Ich bin zu alt.
    Man ist nie zu alt. Ja, es kann sein, dass man etwas seltsam aussieht. Und es könnte auch schwerer sein, als man gedacht hat. Aber es ist nie zu spät, sich für das Glück zu entscheiden. Glückliche Menschen entscheiden sich jeden Tag neu dazu, glücklich zu sein. Egal ob sie das Geheimnis schon sehr früh oder erst sehr spät entdeckt haben, es ist dennoch ihre Wahl. Das Leben ist unvorhersehbar. Sicher ist nur, dass wir alle jeden Tag ein wenig älter werden. Also lass dich davon nicht von deinem Glück abhalten.

Zitat der Woche (KW15/2014)

Die Welt ist mit kalten Geistern bevölkert, die, selbst unproduktiv, sich damit trösten, zu verwerfen, was andere gedacht haben, und sich durch eine zur Schau getragene Verachtung fremder Werke interessant zu machen glauben.
Luc de Clapier Vauvenargues (1715-1747; französischer Philosoph und Schriftsteller)

Jeder, der in irgend einer Form kreativ arbeitet oder versucht, etwas neues zu tun, kennt sie: die Bedenkenträger und Berufskritiker. Diese Personen, die unter Berufung auf den gesunden Menschenverstand, bisherige Erfahrungen oder denen eigenen, vorgeblich überlegenen Geschmack versuchen, neue Ideen oder kreative Arbeit zu verhindern. Mit der Begründung, dass etwas so noch nie gemacht wurde oder etwas, weil es neu ist, von sich aus schlecht sein muss, bremsen sie Innovation und jede Chance auf Verbesserung aus.

Und das Schlimmst ist: Sie erwarten für ihre vermeintliche Umsicht, ihr vorausschauendes Handeln auch noch Lob. Für ihren Geschmack und ihr angebliches Fachwissen verlangen sie Applaus.

Diese Kritiker sind es, die wahre Innovation, Kreativität und Produktivität verhindern. Und jeder, der kreativ arbeitet und Neues schaffen möchte, sollte diesen Personen entschieden entgegentreten. Nie sollte man seine Ideen den Bedenkenträgern opfern. Und nie sollte man jemanden dafür loben, dass er etwas Neues verhindert hat.

Bist Du schüchtern, introvertiert, beides oder nichts davon (und warum das wichtig ist)?

Dieser Artikel ist im englischen Original auf Susan Cains Seite „The Power of Introverts“ (www.thepowerofintroverts.com) erschienen. Die folgende Übersetzung ist von mir.

Bill Gates ist zurückhaltend und ein Bücherwurm aber er lässt sich von der Meinung anderer Menschen nicht verunsichern: Er ist introvertiert aber nicht schüchtern.

Barbra Streisand ist sehr kontaktfreudig und einnehmend, aber sie leidet unter schrecklichem Lampenfieber: Sie ist extrovertiert und schüchtern.

Schüchtern und introvertiert sind nicht das gleiche. Ist jemand schüchtern, hat er Angst davor, von anderen negativ beurteilt zu werden. Ist jemand introvertiert bevorzugt er eine ruhige Umgebung mit möglichst geringer Stimulation. Manche Psychologen stellen diese beiden Tendenzen auf einer horizontalen und einer vertikalen Achse dar, mit dem Spektrum introvertiert-extrovertiert auf der horizontalen und dem Spektrum unsicher-sicher auf der vertikalen Achse. Mit diesem Modell erhalten wir vier Quadranten, die für vier Persönlichkeitstypen stehen: sicher-extrovertiert, unsicher-extrovertiert, sicher-introvertiert und unsicher-introvertiert.

Interessant ist, dass diese Art die menschliche Natur zu betrachten bis in das alte Griechenland zurück reicht.Die Ärzte Hippocrates und Galen behaupteten nämlich, dass unsere „Temperamente“ und damit unser Schicksal eine Funktion der Körperflüssigkeiten waren. Sie glaubten, zu viel Blut macht die Menschen sanguinisch (sicher-extrovertiert), gelbe Gallenflüssigkeit macht sie cholerisch (unsicher- bzw. impulsiv-extrovertiert), Schleim macht sie phlegmatisch (sicher-introvertiert) und schwarze Gallenflüssigkeit macht sie melancholisch (unsicher-introvertiert).

Aber wenn Schüchternheit und Introvertiertheit zwei unterschiedliche Dinge sind, warum werden sie dann so oft gleichgesetzt?

Zum größten Teil liegt das daran, dass es in unserer Gesellschaft ein gemeinsames Vorurteil gegen diese beiden Charakterzüge gibt und sie in der Regel miteinander in Verbindung gebracht werden. Der innere Zustand eines schüchternen Extrovertierten, der in einem Business-Meeting sitzt, wird sich stark von dem eines sicheren Introvertierten unterscheiden. Die schüchterne Person hat einfach Angst davor, zu sprechen, während die introvertierte Person einfach überstimuliert ist. Nach Außen haben aber beide Typen die gleiche Wirkung – und keiner von beiden Typen ist wirklich willkommen und akzeptiert. Untersuchungen zeigen, dass wir Menschen, die schnell und oft Sprechen für kompetenter, einnehmender und intelligenter halten, als solche, die sich eher Zeit lassen.
Abgesehen von Galen haben in der gesamten Geschichte Dichter und Philosophen wie John Milton oder Arhur Schopenhauer Schüchternheit mit Introvertiertheit in Verbindung gebracht. Der Anthropologe C.A. Valentine schrieb:

Die westliche Kultur hat eine traditionelle Sicht auf die individuelle Varianz, die alt, weit verbreitet und hartnäckig zu sein scheint. In ihrer populären Form ist dies die Vorstellung von einem Mann der Tat, dem pragmatischen  Realisten oder einer kontaktfreudigen Person im Gegensatz zum Denker, Träumer, Idealisten oder schüchternen Person. Die am weitesten verbreiteten Attribute, die mit dieser Tradition verbunden sind, ist die Zuordnung zu den Typen introvertiert und extrovertiert.

Hatten diese Gelehrten allesamt unrecht? Nein! Psychologen haben herausgefunden, dass Schüchternheit und Introvertiertheit sich durchaus überschneiden (dass also introvertierte Menschen schüchtern sein können und umgekehrt). Es ist aber nicht klar, wie weit diese Überlagerung reicht. Es gibt mehrere Gründe für diese Überlappung. Zum einen werden manchen Menschen mit einem „hoch-reaktiven“ Temperament geboren, dass sie für Schüchternheit und Introvertiertheit prädisponiert. Ebenso kann eine schüchterne Person mit der Zeit introvertiert werden; sie empfindet soziale Interaktion als schmerzhaft und ist deshalb dazu motiviert, sich den angenehmen Seiten der Einsamkeit und von Umgebungen mit minimaler sozialer Interaktion zuzuwenden. Und eine introvertierte Person kann schüchtern werden, wenn sie ständig gezeigt bekommt, dass etwas mit ihr nicht stimmt.

Aber Schüchternheit und Introvertiertheit überlappen sich nicht vollständig und nicht einmal überwiegend. Vor kurzem habe ich (also Susan Cain; Anm.d. Übersetzers) in der New York Times einen Artikel veröffentlicht, der den Wert dieser beiden Charakterzüge darstellt (der Artikel ist leider nicht mehr auffindbar; Anm.d. Übersetzers). Und es scheint, dass die Leserschaft bereit für diese Nachricht war. Er wurde schnell zum Artikel mit den meisten Reaktionen und ich erhielt tausende Dankschreiben.
In einigen Reaktionen wurde jedoch kritisiert, dass ich Introvertiertheit mit Schüchternheit verschmolzen hätte. Dabei handelte es sich jedoch um ein Missverständnis. Aber obwohl ich in dem Artikel einen Unterschied zwischen den beiden Charakterzüge mache, bin ich mich vielleicht doch zu schnell anderen Punkten zugewandt. Ich tat dies, aus Platzgründen. Hätte ich versucht, all das zu beschreiben, was ich oben dargestellt habe (und selbst das krazt nur an der Oberfläche dieses hoch-komplexen Themas) wäre ich niemals zu meine eigentlichen Aussage gekommen: Die Bedeutung von Schüchternheit und Introvertiertheit in einer Gesellschaft, die diese ablehnt.
Ich verstehe, warum sich nicht-ängstliche Introvertierte so frustriert fühlen, wenn andere Menschen sie behandeln,als seien sie schüchtern. Es ist grundsätzlich ärgerlich mißverstanden zu werden. Jeder, der tief in Gedanken eine Straße entlang gegangen ist und von einem Fremden aufgefordert wurde, zu lächeln – als sei man depressiv anstatt geistig beschäftigt – weiß, wie ärgerlich das ist.
Zusätzlich deutet Schüchternheit auch immer auf Unterwürfigkeit hin. Und das ist in einer Gesellschaft, die Alpha-Tiere bewundert, vielleicht der Charakterzug der am meisten abgelehnt wird.
Und hier haben die Schüchternen und die Introvertierten bei allen Unterschieden etwas wichtiges gemeinsam. keiner von beiden wird von der Gesellschaft als „Alpha“ wahrgenommen. Und hier kann man sehen, warum der „Alpha-Status“ überbewertet wird, und wie unsere Bewunderung für ihn uns blind für Dinge macht, die gut, clever und weise sind. Schüchterne und introvertierte Menschen werden sich aus den unterschiedlichsten Gründen dafür entscheiden, ihre Tage mit „passiven“ Aktivitäten abseits des Scheinwerferlichts zu widmen – mit dem Erfinden, dem Studium oder der Betreuung von Kranken und Sterbenden. Dies sind keine Aufgaben, die im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Aber die Menschen, die diese Aufgaben übernehmen, sind Vorbilder.

Liebe Leser, trotz intensiver Recherche konnte ich den oben erwähten Artikel aus der New York Times im Netz nicht finden. Vielleicht kann einer von Euch mir hier weiterhelfen. Schon jetzt vielen Dank dafür!

Zitat der Woche (KW 14/2014)

Das Gleiche lässt uns in Ruhe, aber der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832; deutscher Dichter)

Wieder einmal schafft es der Dichterfürst, mit wenigen Worten eine große Wahrheit zusammenzufassen. Die Menschen werden nicht von den immer gleichen Dingen angeregt. Übereinstimmung mit anderen für meist nicht zu Kreativität.

Vielmehr muss der Mensch mit Widerständen und Widerspruch konfrontiert werden, um dazu angeregt zu werden, etwas zu schaffen. Wenn wir uns an einem Gegner oder einer entgegengesetzten Meinung oder Vorstellung reiben und abarbeiten können, werden wir kreativ und produktiv.

3 Dinge, die deine Produktivität behindern

Du versuchst, deine Produktivität zu steigern, mehr oder überhaupt etwas zu schaffen, aber es will dir einfach nicht gelingen? Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass es eines der folgenden drei Dinge ist, die dich dabei behindern. Du solltest dich davon frei machen und endlich anfangen, zu tun.

Das Verlangen danach, etwas zurück zu bekommen

Ja, du hast das gut gemacht. Aber kümmert sich jemand darum? Nein, natürlich nicht. Niemand lobt dich, niemand scheint sich auch nur im Entferntesten für deine Arbeit zu interessieren. Es gibt kein, Lob keine Anerkennung, von einer materiellen Vergütung ganz zu schweigen.

Du könntest nun darauf warten, dass ein Wunder geschieht, und doch noch jemand auf deine Leistung aufmerksam wird. Oder du könntest dich einfach von deinem Verlangen nach Anerkennung und nach Vergütung verabschieden und mit der Arbeit weiter machen. Das wäre in jedem Fall die produktivere Variante.

Das Verlangen danach, Recht zu haben

Natürlich will jeder Recht haben. Und manche Menschen tendieren dazu, auf ihrem Standpunkt zu beharren, obwohl schon lange klar ist, dass sie Unrecht haben. Und auch gerade wenn sich die Frage nach Recht haben und falsch liegen nicht ganz so einfach klären lässt, gibt es oft lange Diskussionen über genau diese Frage.

Meist ist die Tatsache, wer Recht hat und wer nicht, für die eigentliche Arbeit aber vollkommen belanglos. Oft entspinnt sich ein solcher Streit an Verfahrensfragen, die auf das Ergebnis oft keine Auswirkungen haben. Und in solchen Fällen ist es meist produktiver, die Auseinandersetzung auf sich beruhen zu lassen und mit der Arbeit zu beginnen. Soll der andere doch sein vermeintliches Recht haben. Hauptsache ist, die Arbeit wird erledigt.

Das Verlangen nach Perfektion

Es ist ganz normal und auch gut, dass man seine Arbeit so gut wie nur möglich, um nicht zu sagen perfekt abliefern will. Leider kann dieses Streben nach Perfektion das größte Hindernis für Produktivität sein. Es verführt nämlich dazu, dass wir endlos an einem Produkt herum schrauben, hier und dort unwichtige Kleinigkeiten verbessern und so nie wirklich zu einem Ergebnis gelangen.

Deshalb sollte man das Streben nach Perfektion hinter sich lassen. Stattdessen sollte man sich an das halten, was Mark Zuckerberg angeblich zum Leitspruch für die Programmierer bei Facebook erhoben hat: „Done is better than perfect – Erledigt ist besser als perfekt“.

Das heißt nicht, dass Perfektion etwas Schlechtes ist. Sie soll dich nur nicht daran hindern, deine Arbeit zu erledigen.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch das „Cult of Done Manifesto“ hinweisen, in dem das „Tun“ und „Erledigen“ zum höchsten und erstrebenswertesten Gut erhoben wird.

Zitat der Woche (KW 13/2014)

Man muß Ideen sofort verwirklichen, sonst wächst Unkraut darüber.
Hans Stern (1922-2007; brasilianischer Juwelier und Gründer des Schmuckkonzerns H. Stern)

Gute Ideen sollte man tatsächlich so schnell wie möglich umsetzen. Zumindest sollte man mit der Umsetzung beginnen. Je länger man über sie nachdenkt, versucht, sie von allen Seiten zu betrachten und zu analysieren, umso mehr verlieren sie von ihrer ursprünglichen Kraft. Je länger man über das Potential einer Idee nachdenkt, anstatt sie umzusetzen, umso mehr Probleme und Möglichkeiten zu scheitern wird man finden. Man wird schließlich so viel Angst vor dem Versagen haben, dass man sich nicht mehr traut, an die Umsetzung zu gehen.
Das ist das Unkraut, von dem Hans Stern sprach.

Wenn du also eine Idee hast, von der du überzeugt bist, dann beginne so schnell du kannst mit der Umsetzung. Lass dich nicht von Bedenken und Zweifeln zurückhalten. denn wenn die Idee wirklich gut ist, wird irgendwann ein anderer darauf kommen und sie umsetzen.
Und wenn du scheiterst, kannst du wenigstens daraus lernen.

Kreativität vernichten

Zurzeit arbeite ich bei einem meiner Arbeitgeber in einer Abteilung, in der Großveranstaltungen wie Konzerte, Festivals und Volksfeste (mit-)organisiert bzw. die Präsentation meines Arbeitgebers auf diesen Veranstaltungen geplant wird. Da geht es oft um relativ langweilige Dinge, wie zum Beispiel den Transport von technischer Ausstattung und Dekorationsmaterial. Manchmal kann man aber auch seiner Kreativität freien Lauf lassen und sich zum Beispiel witzige Aktionen ausdenken oder spannende Begleitmaßnahmen zu Projekten planen.

Kürzlich konnte ich zwei Kollegen beim Brainstorming zu letzterem belauschen. Es ging um ein eintägiges Musikfestival, das von meinem Arbeitgeber zwar nicht veranstaltet aber präsentiert wird. Mein Arbeitgeber liefert sozusagen die „Marke“ unter der die Veranstaltung stattfinden soll. Aus diesem Grund sollen zu der Veranstaltung Aktionen als Rahmenprogramm geplant werden.

Die beiden Kollegen saßen also zusammen – sie warteten auf ihren Teamleiter – und begannen vor sich hin zu fantasierten. Sie dachten über ein Feuerwerk nach, das die Veranstaltung beschließen sollte, und wollten auf einem See, der an das Festivalgelände grenzt, venezianische Gondeln oder doch zumindest irgendwelche Boote fahren lassen. Sie sprachen über eine „Disco-Meile“ auf dem Weg vom Bahnhof zum Festivalgelände, die sie von DJs beschallen lassen wollten, dachten über die Verlosung von VIP-Tickets und einen damit verbundenen Limousinen-Shuttelservice nach und überlegten, ob und wie man Hubschrauber-Rundflüge über die Gegend rund um das Festival durchführen könnte.

Man merkte, wie die beiden gegenseitig ihre Kreativität anstachelten. Die Ideen wurden immer fantastischer und verrückter. Allerdings war auch eine Menge Gutes dabei. und natürlich wurden – wie es bei einem ordentlichen Brainstorming sein soll – die Ideen auch fleißig notiert. Meine beiden Kollegen produzierten dabei nicht nur eine Menge Ideen, sie hatten auch richtig Spaß daran. Natürlich war ihnen klar, dass sie niemals all diese Ideen würden umsetzen können. Und bei einigen war von vornherein klar, dass sie vollkommen unsinnig waren. Aber darum ging es in diesem Moment nicht. Wichtig waren nur das Produzieren von kreativen Ideen und der Spaß daran, das zu tun.

Dann tauchte der Teamleiter auf. Begeistert stellten die beiden Kollegen ihm ihre Ideen vor und er verwarf eine nach der anderen. Die Argumente für die Ablehnung reichten von „zu teuer“ über „dafür bekommen wir nie eine Genehmigung“ bis zu „sinnlos“ oder „find ich blöd“. Die Kreativität der beiden nahm er nicht wirklich zur Kenntnis.

Es war richtig spürbar, wie die eben noch überschäumende Begeisterung der beiden Kollegen mit jedem Vorschlag, den der Vorgesetzte abbügelte, abnahm – und damit natürlich auch Kreativität und Motivation. Als dann auch der letzte Vorschlag abgeschossen war und der Teamleiter abzog, sah man den beiden ihre Niedergeschlagenheit auch an. Sie zogen sich an ihre Plätze zurück und arbeiteten den Rest des Tages lust- und wortlos vor sich hin.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich einen solch massiven Fall von mutwilliger Vernichtung von Kreativität und Motivation noch nie erlebt habe. Hätte der Teamleiter zumindest einen Prüfauftrag erteilt, um die Machbarkeit der einzelnen Ideen zu ermitteln, wären vielleicht auch etliche Ideen auf der Strecke geblieben. Aber vermutlich wären auch neue entstanden, die besser umsetzbar gewesen wären.

So war die Motivation, sich mit dem Projekt zu beschäftigen, bei den beiden Kollegen leider am Boden. Und ich bezweifele, dass sie dem Teamleiter je wieder solcher Kreativität so spannenden Ideen liefern werden.

Ich glaube, als Teamleiter sollte man die Kreativität von Mitarbeitern immer belohnen und unterstützen. Vor allem weil man sich damit ein mächtiges Mittel zur Motivation schafft.

Zitat der Woche (KW12/2014)

Der Mensch sollte sich nie schämen, zuzugeben, dass er Unrecht hatte.
Damit drückt er – in anderen Worten – nur aus, dass er heute klüger ist als gestern.
Alexander Pope (1688-1744; englischer Schriftsteller, Übersetzer und Publizist)

Gebt ihr eure Fehler zu? Gesteht ihr ein, wenn  ihr Unrecht hattet? Und was viel wichtiger ist: Lernt ihr aus euren Fehlern? Versucht ihr, sie nicht zu wiederholen?

Wir alle machen Fehler oder liegen manchmal falsch. Aber solange wir unsere Fehler erkennen und bereit sind, aus ihnen zu lernen, können sie uns sogar nützlich sein.

Ich hatte in meinem bisherigen Leben schon oft Unrecht – und vermutlich wird das auch noch oft genug passieren. Ich habe deswegen auch oft genug Probleme oder Ärger bekommen – das bleibt dabei nicht aus. Aber niemand hat es mir bisher übel genommen, wenn ich zugegeben habe, wenn ich falsch lag. Tatsächlich war es immer eine befreiende und erleichternde Erfahrung. In den meisten Fällen brachte man mir sogar Hochachtung entgegen, wenn ich einen Fehler zugegeben hatte.

Und auch mir nötigen Menschen, die bereit und in der Lage sind, ihre Fehler zuzugeben, immer großen Respekt ab. Gerade Personen, die auf ihrem Gebiet über eine gewisse Autorität verfügen und dennoch Fehler zugeben können, beweisen einen starken Charakter.

Wichtig ist dabei allerdings, dass die Fehler oder das Unrecht schnell und vollständig zugegeben werden. Im modernen Krisenmanagement scheint es üblich zu sein, Probleme nur in kleinen Stücken zuzugeben und das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe zunächst herunter zu spielen. Vermutlich aus Angst vor einem massiven Imageschaden.
Besser wäre es aber – zumindest nach meiner Überzeugung – seine Fehler schnell und umfassend zu bekennen. Wenn das Unrecht dann eingestanden ist, kann man sich auch gleich daran machen, die Folgen zu bekämpfen. Der Schaden wird so oder so entstehen. Aber man hat zumindest die Wahl, ob man lieber sofort mit der Reparatur beginnen will oder damit wartet, bis alle Fakten auf dem Tisch liegen.

Nur wer seine Fehler erkennt und eingesteht, kann wirklich aus ihnen lernen.
Und wie an anderer Stelle schon zitiert:

Errare humanum est, in errore perseverare stultum.
(Irren ist menschlich, im Irrtum zu verharren ist dumm.)