Zitat der Woche (KW12/2014)

Der Mensch sollte sich nie schämen, zuzugeben, dass er Unrecht hatte.
Damit drückt er – in anderen Worten – nur aus, dass er heute klüger ist als gestern.
Alexander Pope (1688-1744; englischer Schriftsteller, Übersetzer und Publizist)

Gebt ihr eure Fehler zu? Gesteht ihr ein, wenn  ihr Unrecht hattet? Und was viel wichtiger ist: Lernt ihr aus euren Fehlern? Versucht ihr, sie nicht zu wiederholen?

Wir alle machen Fehler oder liegen manchmal falsch. Aber solange wir unsere Fehler erkennen und bereit sind, aus ihnen zu lernen, können sie uns sogar nützlich sein.

Ich hatte in meinem bisherigen Leben schon oft Unrecht – und vermutlich wird das auch noch oft genug passieren. Ich habe deswegen auch oft genug Probleme oder Ärger bekommen – das bleibt dabei nicht aus. Aber niemand hat es mir bisher übel genommen, wenn ich zugegeben habe, wenn ich falsch lag. Tatsächlich war es immer eine befreiende und erleichternde Erfahrung. In den meisten Fällen brachte man mir sogar Hochachtung entgegen, wenn ich einen Fehler zugegeben hatte.

Und auch mir nötigen Menschen, die bereit und in der Lage sind, ihre Fehler zuzugeben, immer großen Respekt ab. Gerade Personen, die auf ihrem Gebiet über eine gewisse Autorität verfügen und dennoch Fehler zugeben können, beweisen einen starken Charakter.

Wichtig ist dabei allerdings, dass die Fehler oder das Unrecht schnell und vollständig zugegeben werden. Im modernen Krisenmanagement scheint es üblich zu sein, Probleme nur in kleinen Stücken zuzugeben und das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe zunächst herunter zu spielen. Vermutlich aus Angst vor einem massiven Imageschaden.
Besser wäre es aber – zumindest nach meiner Überzeugung – seine Fehler schnell und umfassend zu bekennen. Wenn das Unrecht dann eingestanden ist, kann man sich auch gleich daran machen, die Folgen zu bekämpfen. Der Schaden wird so oder so entstehen. Aber man hat zumindest die Wahl, ob man lieber sofort mit der Reparatur beginnen will oder damit wartet, bis alle Fakten auf dem Tisch liegen.

Nur wer seine Fehler erkennt und eingesteht, kann wirklich aus ihnen lernen.
Und wie an anderer Stelle schon zitiert:

Errare humanum est, in errore perseverare stultum.
(Irren ist menschlich, im Irrtum zu verharren ist dumm.)